Der Juni ist so ruhig, wie der Atlantik hier wird, und ruhig ist relativ. Die Zugbahn der Tiefs ist Richtung Island gewandert, die Dünungen kommen kleiner und seltener, aber Irland ragt weit genug in den Ozean, dass die flachen Wochen, die andere Länder im Juni erwischen, hier kaum vorkommen.
Was dabei herauskommt, ist die nachsichtigste Fassung dieser Küste. Hüft- bis brusthoch über offenem Sand, Wasser bei 14°C, und Strände, die sich ohne Ortskenntnis lesen lassen. Es ist der Monat, in dem jemand mit ein paar Surftagen hier Freude haben kann, statt korrigiert zu werden.
Die Tage hören kaum auf. Zur Sonnenwende ist es bis halb elf hell, und die Abende sind ebenso der Grund, hier zu sein, wie die Morgen.

