Der Juni ist der Monat, um zu erklären, warum Nordspanien still wird, während Portugal vierhundert Kilometer westlich weitermacht. Diese Küste schaut nach Norden und Nordwesten, nimmt Dünung also nur aus diesem Quadranten, und der Nordatlantik schickt von dort zwischen September und April. Portugal schaut nach Westen und fängt alles, das ganze Jahr. Eine Küste ist wählerischer, und sie bekommt es im Winter zurück.
Der Juni ist deshalb klein und verlässlich, nicht flach und enttäuschend. Die Strände laufen an den meisten Morgen knie- bis hüfthoch, der Südwind kommt vom Land und hält sie sauber, und das Meer überschreitet zum ersten Mal 19°C.
Die Tage sind die längsten des Jahres, hell bis weit nach neun, und die Orte hinter dem Strand haben ihre Terrassen draußen, ohne dass dort schon jemand ansteht.

