Surfen im April in Marokko löst ein Problem, das viele Paare und Freundesgruppen kennen: Einer will lernen, die andere will Wellen. Im Winter ist die Küste für die eine gemacht, im Sommer für den anderen. Im April kommt die Dünung noch mit elf Sekunden Periode, genug für die Points, aber im Schnitt nur 1,4 Meter hoch, klein genug, dass die Sandbänke nicht mehr zumachen.
Am Banana Beach, am Anchor Point und in der Bucht von Imsouane sind jeweils drei von sieben Tagen sauber, mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt. Die exponierten Points lassen nach: Killer Point kommt nur noch auf einen Tag, Boilers, Hash Point und Cathedral Point auf zwei. Für den Anfänger der Gruppe ist das eine volle Woche. Für die Erfahrene ist es eine Woche, in der man den Tag wählt statt den Spot.
So leicht wie jetzt lernt es sich im April sonst fast nur in Costa Rica, bei 29 Grad Wasser und mit Langstreckenflug. In Marokko hat das Meer 18 Grad, und für eine Woche Urlaub entscheidet der kurze Weg oft allein.
Dazu wird das Wetter stabil: neun Sonnenstunden am Tag, zwei Regentage, 23 Grad Luft. Andrang und Preise bleiben mittel, außer um Ostern, wenn es in den April fällt. Tamraght ist für eine gemischte Gruppe die natürliche Basis: Der Sand liegt fünf Gehminuten entfernt, die Points von Taghazout zehn Autominuten, und so können zwei morgens in verschiedene Richtungen aufbrechen und mittags am selben Tisch sitzen.

