Surfen in Marokko im September beginnt mit einer Zahl, die man vom Strand aus nicht sieht: der Periode. Sie steigt von acht auf elf Sekunden, und das heißt, die Wellen kommen wieder aus Tiefs weit draußen im Atlantik statt aus dem Wind vor der Küste. Die Höhe folgt, im Schnitt 1,5 Meter, gut doppelt so viel wie im Juni.
Die Points wachen nicht alle gleichzeitig auf. Boilers, das offene Riff Richtung Kap Ghir, und Banana Point in Tamraght kommen auf zwei von sieben Tagen sauber, also mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt. Hash Point dagegen, im Dorf geschützt, bleibt bei einem Tag: Er braucht mehr Dünung, als die ersten Herbstzüge bringen, und verliert seine Tage fast alle daran, dass zu wenig ankommt. Am Banana Beach und in der Bucht von Imsouane sind es drei.
Der September ist deshalb der Monat für Fortgeschrittene, die über den Weißwasserstrand hinaus sind, aber die schweren Winterpoints noch nicht wollen. Die Wellen haben wieder Schub, die Sandbänke und die weicheren Points wie Banana Point tragen ihn, und die Lineups sind leer: Mit dem Schulbeginn in Europa fallen Andrang und Preise auf mittel. Das Wasser hat 21 Grad, geregnet wird an einem Tag.
Frankreich und Portugal haben im September ihre beste Zeit, Frankreich bei ebenso warmem Wasser, Portugal bei drei Grad weniger. Wer lieber im Warmen, zu mittleren Preisen und auf leeren Sandbänken besser wird, ist in Marokko richtig.

