Wer im August in Marokko surft, surft im wärmsten Wasser, das diese Küste zu bieten hat: 22 Grad, zwei mehr als im Juli und fünf mehr als im Februar. Ein Shorty reicht, an ruhigen Tagen ein Lycra, und keine Session endet, weil einem kalt wird. Die Luft hat 27 Grad, geregnet wird so gut wie nie.
Die Wellen sind die des Sommers. Am Banana Beach in Tamraght sind drei von sieben Tagen sauber, mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt, in der Bucht von Imsouane ebenso. An den Points sind es einer oder keiner: Killer Point, Boilers, Hash Point und Banana Point kommen je auf einen Tag, an Cathedral Point kann die Woche ohne eine Session vergehen. Gegen Monatsende kommt manchmal die erste längere Dünung des Herbstes an; verlassen kann man sich darauf nicht.
Was der August stattdessen verkauft, sind die langen Tage und die Abende. Gut dreizehn Stunden Licht: Der Morgen gehört dem Wasser, bevor der Nordwind aufzieht, der Nachmittag dem Schatten, und der Abend den Dörfern, die in den europäischen Ferien voll sind. In Taghazout sitzt man in den Gemeinschaftscamps abends an einem Tisch, und wer allein ankommt, reist mit einer Gruppe ab. Tamraght bleibt ruhig, Imsouane hat das Meer und ein Abendessen.
Andrang und Preise stehen auf dem Sommerhoch. Wer der Wellen wegen fliegt, findet sie im August in Mittelamerika oder Sri Lanka, beides weit weg. Marokko ist im August eine warme, nahe Küste für eine Woche mit Surfen darin.

