Marokko im Februar heißt 17 Grad Wasser, das Jahresminimum und ein Grad weniger als im Januar. An der Dünung ändert sich wenig: Sie kommt mit derselben langen Periode aus dem Nordatlantik, und Anchor Point wie die Bucht von Imsouane sind an vier von sieben Tagen sauber, also mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt. An Wellen fehlt es der Woche nicht.
Ein Grad klingt nach nichts. Im Wasser entscheidet es, wie eine Session endet. Bei 17 Grad ist ein 4/3 die vernünftige Wahl, Füßlinge sind an windigen Tagen keine Übertreibung, und nach etwa zwei Stunden hört man auf, weil die Hände steif werden, während die Sets weiterlaufen. Zwei kürzere Sessions am Tag bringen deshalb mehr Wellen als eine lange. Die Luft hilft dabei: 22 Grad am Nachmittag und acht Sonnenstunden, nach der Session stehst du in der Sonne statt im Wind.
Wer im Februar nicht frieren will, muss weit fliegen: Selbst die Kanaren sind nur ein Grad wärmer, richtig warm wird es erst in den Tropen. Für eine Woche an dieser Küste heißt das, den dicken Anzug einzupacken und die Sessions kurz zu halten.
Andrang und Preise bleiben hoch, aber die Weihnachtswochen sind vorbei, und die Camps haben wieder hier und da ein Bett frei. Taghazout ist für einen Februar an den Points die logische Basis: zu Fuß an Hash Point, zehn Minuten mit dem Shuttle zu den übrigen Spots, fünfundvierzig Minuten vom Flughafen. Tamraght liegt fünf Kilometer südlich und näher am Sand, Imsouane anderthalb Stunden nördlich an der Bucht, die ihre schlechten Tage nie an zu kleine Dünung verliert.

