Surfen in Marokko im Juli

Surfen in Marokko im Juli

Der Juli ist das Paradox des marokkanischen Sommers: volle Dörfer und Hochsaisonpreise, während die Wellen für alle, die über die erste Woche hinaus sind, so schwach sind wie sonst nur im Juni.

  • Swell
    0,7 m, 8 s
  • Wassertemp.
    20 °C
  • Zum Lernen
    Gut

Die Bedingungen im Juli

  • Swell : 0,7 m
  • Periode : 8 s
  • Wassertemp. : 20 °C
  • Neoprenanzug : 3/2 mm Fullsuit
  • Lufttemp. : 27 °C
  • Sonnenstunden pro Tag : 8,2 h
  • Regen : 0,2 mm, 0 Tage
  • Nutzbarer Wind : 45 %
  • Andrang : Hoch
  • Preise : Hoch

Marokko im Juli zum Surfen zu buchen heißt, zwei Kalender übereinanderzulegen, die nichts miteinander zu tun haben. Der eine gehört den europäischen und marokkanischen Schulferien: Andrang und Preise springen von niedrig auf hoch, so hoch wie im Januar. Der andere gehört dem Ozean, und der liefert im Juli wie schon im Juni seine kleinste Dünung, im Schnitt 0,7 Meter bei acht Sekunden.

Für wen das gut ausgeht, ist schnell gesagt: für den Anfänger. Am Banana Beach sind vier von sieben Tagen sauber, mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt; kleine, saubere Wellen über Sand, genau das, was eine erste Woche braucht. An den Points dagegen kann die Woche ohne eine Session vergehen, an Killer Point, Cathedral Point und Banana Point gleichermaßen. Boilers gibt einen Tag, Hash Point zwei, weil er im Dorf vor dem Nordwind geschützt liegt; seine verlorenen Tage sind die, an denen schlicht keine Welle ankommt.

Der Juli ist also ein guter Monat für eine Familie, für jemanden, der zum ersten Mal auf einem Brett steht, und für einen Urlaub, in dem Surfen die Beschäftigung des Vormittags ist und nicht der Zweck der Reise. Die Luft hat 27 Grad, das Wasser 20, es fällt so gut wie kein Regen, und abends sind die Dörfer voll.

Wer schon surft, fliegt im Juli besser nach Mittelamerika, Sri Lanka oder Südafrika, wo gerade Saison ist. In Marokko findet ein Anfänger im Juli saubere Wellen, aber auch volle Strände und Hochsaisonpreise.

Lernen im Juli

  • Zum Lernen : Gut

Eine erste Surfwoche im Juli funktioniert am Banana Beach in Tamraght, und zwar besser, als der Ruf des Sommers vermuten lässt. Der Strand ist an vier von sieben Tagen sauber, so oft wie im Januar, und die Wellen sind klein genug für jeden ersten Versuch. Was gegen den Juli spricht, liegt nicht im Wasser. Es liegt am Strand: Die Schulen des Tals arbeiten auf Hochtouren, die Minibusse kommen am späten Vormittag, und in einer vollen Gruppe bleibt für jeden weniger Zeit mit dem Lehrer. Devil's Rock nebenan, drei saubere Tage, ist die ruhigere Sandbank.

Die Woche baut sich um den Morgen herum. Früh ist das Wasser am glattesten und der Strand am leersten, bevor der Nordwind aufzieht und die Busse ankommen. Das Wasser hat 20 Grad, ein Shorty oder ein dünner Anzug genügt, die Luft hat 27 Grad, und bei fast vierzehn Stunden Licht bleibt nach einer frühen Session ein ganzer Tag. Strömungen gibt es am Banana Beach auch im Sommer; man geht dort mit Guide hinein. Und wer nach drei Tagen steht, findet an Devil's Rock Linke von fünfzig bis hundert Metern, lang genug für die ersten Kurven.

Dieselbe Woche kostet im Mai oder Juni weniger, auf ähnlichen Wellen und an leeren Stränden. Den Juli wählst du, wenn die Schulferien das Datum festlegen, und dann wird er eine gute Woche. Schlaf in Tamraght, Camps ab 34 Euro die Nacht, und buch früh, denn es ist Hochsaison. Mit Kindern ist der ruhige Abend dort ein Vorteil. Wer allein reist, findet in Taghazout mehr Leute um den Tisch und ist in zehn Minuten am selben Strand.

Wohin ein Anfänger im Juli geht

Diese Spots sind das ganze Jahr erreichbar. Was der Monat ändert, ist die Größe der Wellen, nicht der Zugang.

Für erfahrene Surfer

  • Surf : Nebensaison

Als erfahrener Surfer im Juli in Marokko zu surfen heißt, die schwächsten Wellen des Jahres zu Hochsaisonpreisen zu kaufen. An Killer Point und Cathedral Point kann die Woche ohne eine einzige saubere Session vergehen, Boilers kommt auf einen von sieben Tagen. Die exponierten Points verlieren fast alles an den Nordwind: Wo eine Welle ankommt, zerhackt er sie. Hash Point, geschützt im Dorf, gibt zwei Tage und verliert den Rest daran, dass gar nichts ankommt. Anchor Point, die Welle, für die Taghazout bekannt ist, braucht eine Winterdünung und bricht im Juli praktisch nicht.

Was bleibt, ist die Bucht von Imsouane, an drei von sieben Tagen sauber, auf dem Longboard, in einer frühen Session vor dem Wind. Für jemanden, der zur Erholung kommt und nebenbei surft, reicht das für eine gute Woche; wer wegen der Wellen kommt, fährt enttäuscht zurück. Die Dörfer sind voll, die Camps auf Sommerpreis, und dieser Preis hat mit dem Ozean nichts zu tun. Das Wasser hat 20 Grad, ein dünner Anzug reicht, und wer früh draußen ist, hat die Bucht vor den Tagesausflüglern aus Taghazout für sich.

Die bessere Idee für einen Juli mit Brett ist ein anderer Kontinent: In Costa Rica, Nicaragua und Sri Lanka ist jetzt Saison, bei 28 bis 29 Grad Wasser. Bleibt es bei Marokko, weil die Familie mitkommt, schlaf in Tamraght, wo die anderen lernen, und fahr an den Tagen mit Dünung früh die gut anderthalb Stunden nach Imsouane. Die Nachmittage gehören dann dem Strand und der Familie, denn ab Mittag weht ohnehin der Nordwind.

  • Anfänger

Wo du dich einquartierst

Imsouane

Camps in der Region

Zehn Steckbriefe, von den Websites der Betreiber übernommen, veröffentlichte Preise inklusive.

Fragen zum Juli

  • Ist der Juli ein guter Monat zum Surfen in Marokko?

    Für Anfänger ja, für alle anderen kaum. Banana Beach in Tamraght läuft im Juli an vier Tagen einer Woche sauber, mit kleinen Wellen über Sand. An den Points, von Killer Point bis Banana Point, ist oft die ganze Woche keine saubere Session drin.

  • Warum ist Marokko im Juli so teuer?

    Weil sich im Juli europäische und marokkanische Schulferien überlagern. Andrang und Preise in Taghazout und Tamraght steigen auf das Niveau des Januars, obwohl die Dünung ihr Jahresminimum erreicht. Dieselbe Anfängerwoche ist im Mai oder Juni günstiger.

  • Ist Tamraght im Juli gut für eine Familie mit Kindern?

    Ja. Im Juli hat das Meer vor Tamraght 20 Grad, die Wellen am Banana Beach sind klein, und das Dorf ist abends ruhiger als Taghazout. Früh buchen, weil Hochsaison ist, und wegen der Strömungen nur mit Guide ins Wasser.

  • Wohin statt Marokko im Juli als erfahrener Surfer?

    Im Juli stehen fünf Küsten auf ihrem Höhepunkt, darunter Costa Rica, Sri Lanka und Südafrika, Marokko aber nicht. Wer trotzdem nach Marokko fährt, surft früh morgens die Bucht von Imsouane, die an drei Tagen pro Woche sauber ist, am besten auf dem Longboard.

Woher diese Zahlen stammen

Luft, Regen und Sonne: WMO-/NOAA-Normalwerte 1991-2020. Messstation: Agadir Al Massira, rund zwanzig Kilometer im Landesinneren und im Sommer daher etwas wärmer als die Küste. Swell, Periode und Anteil nutzbaren Windes: Swell Archive und surf-forecast. Wassertemperatur: seatemperature.org und weather-and-climate. Andrang und Preise sind eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung.

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