Marokko im Juli zum Surfen zu buchen heißt, zwei Kalender übereinanderzulegen, die nichts miteinander zu tun haben. Der eine gehört den europäischen und marokkanischen Schulferien: Andrang und Preise springen von niedrig auf hoch, so hoch wie im Januar. Der andere gehört dem Ozean, und der liefert im Juli wie schon im Juni seine kleinste Dünung, im Schnitt 0,7 Meter bei acht Sekunden.
Für wen das gut ausgeht, ist schnell gesagt: für den Anfänger. Am Banana Beach sind vier von sieben Tagen sauber, mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt; kleine, saubere Wellen über Sand, genau das, was eine erste Woche braucht. An den Points dagegen kann die Woche ohne eine Session vergehen, an Killer Point, Cathedral Point und Banana Point gleichermaßen. Boilers gibt einen Tag, Hash Point zwei, weil er im Dorf vor dem Nordwind geschützt liegt; seine verlorenen Tage sind die, an denen schlicht keine Welle ankommt.
Der Juli ist also ein guter Monat für eine Familie, für jemanden, der zum ersten Mal auf einem Brett steht, und für einen Urlaub, in dem Surfen die Beschäftigung des Vormittags ist und nicht der Zweck der Reise. Die Luft hat 27 Grad, das Wasser 20, es fällt so gut wie kein Regen, und abends sind die Dörfer voll.
Wer schon surft, fliegt im Juli besser nach Mittelamerika, Sri Lanka oder Südafrika, wo gerade Saison ist. In Marokko findet ein Anfänger im Juli saubere Wellen, aber auch volle Strände und Hochsaisonpreise.

