Wer im Oktober in Marokko surfen will, schaut zuerst nach Imsouane. La Baie, die lange Rechte in der Bucht des Fischerdorfs, ist an vier von sieben Tagen sauber, also mit surfbarer Dünung und einem Wind, der sie nicht zerhackt. Am Banana Beach in Tamraght sind es drei. Der Unterschied liegt in der Dünung: La Baie fängt jede, die ankommt, und verliert ihre schlechten Tage nur an den Wind, während am Banana Beach an zwei von sieben Tagen schlicht zu wenig Welle ankommt.
Die Dünung ist zurück, im Schnitt zwei Meter bei elf Sekunden, fast schon das Winterniveau. Boilers kommt auf drei Tage, Killer Point und Cathedral Point auf zwei. Nur Hash Point im Dorf bleibt bei einem und wartet auf die großen Winterzüge. Die Luft hat 26 Grad, und Andrang wie Preise liegen auf mittel, eine Stufe unter dem Winter.
Den Oktober macht das Wasser. Mit 21 Grad ist es wärmer als an den Küsten Spaniens, Frankreichs und Portugals, die jetzt ihre beste Zeit haben, und das merkst du in der dritten Stunde: Im 3/2 bleibst du drin, bei 18 Grad fängst du an, an den Strand zu denken.
Imsouane ist nicht mehr das Dorf der Fotos von vor 2024. Im Januar jenes Jahres wurde die Strandpromenade abgerissen, das älteste Viertel ist verschwunden; zwei Jahre später haben die meisten Camps wieder geöffnet, und gebaut wird weiter. Das Dorf liegt am Ende einer Straße, neunzig Minuten nördlich von Taghazout und zwei Stunden vom Flughafen, die Camps kosten ab 59 Euro die Nacht, und der Abend besteht aus Meer und Abendessen. Wer im Oktober kommt, kommt für die Welle.

